Wenn Polen und Ungarn für ihre Verstöße gegen die EU-Regeln nicht bestraft werden, könnte das in Deutschland zu mehr Euroskeptizismus führen.
Cornelius Adebahr
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Sieben Bundestagsabgeordnete von der Linkspartei bis zur CSU formulieren einen parteiübergreifenden Grundkonsens.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Reinhard Brandl/ Agniezska Brugger/Viola von Cramon/ Bijan Djir-Sarai/ Roderich Kiesewetter/ Lars Klingbeil/ Stefan Liebich1
Bei allen inhaltlichen und politischen Unterschieden halten wir es für notwendig, bestimmte parteiübergreifende Gemeinsamkeiten herauszustellen, die für eine Orientierung deutscher Außenpolitik über die gegenwärtige Legislaturperiode essentiell sind. Diese Eckpunkte sollten Beachtung finden, gleich welche Parteien auch immer die nächste Bundesregierung stellen werden. Dazu gilt es, die deutsche Außenpolitik in der Öffentlichkeit wesentlich aktiver zu diskutieren und Interesse dafür zu wecken.
Europa hat sich in den vergangenen vier Jahren viel, ja zu viel, mit sich selbst beschäftigen müssen. Diese notwendige Krisenbewältigung darf den Blick aber nicht dafür verstellen, dass die Europäische Union in dem internationalen, teilweise sehr schwierigen Umfeld als aktiver Akteur gebraucht wird. Wenn die EU nicht bereit ist, die internationale Ordnung mitzugestalten, überlässt sie anderen die Gestaltung der Welt. Deutsche Politik hat ein Interesse daran und sollte sich dazu verpflichtet fühlen, eine aktivere gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik zu unterstützen, auch wenn deutsche Interessen nicht immer selbstverständlich deckungsgleich mit denen europäischer Partner sein müssen. Auch weiterhin gilt, dass der Handlungsrahmen der Europäischen Union den Einfluss Deutschlands in der internationalen Politik weit über die ausschließlich nationalen Möglichkeiten hinaus erhöht.
Die folgenden fünf Punkte sollten dabei im Mittelpunkt stehen.
Die Fortentwicklung Europas als weltpolitischer Akteur wird perspektivisch dann auch die Forderung nach einem permanenten Sitz der EU im UN-Sicherheitsrat, der einzelstaatliche Sitzen für mehrere EU-Staaten ablösen würde, nicht mehr ganz so unrealistisch erscheinen lassen wie heute.
1 Die Verfasserinnen und Verfasser sind Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Der Beitrag entstand im Rahmen eines Gesprächskreises der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Seit mehr als 50 Jahren berät die SWP den Bundestag und die Bundesregierung ebenso wie die Wirtschaft und eine interessierte Fachöffentlichkeit in außenpolitischen Fragen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich in Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht.
Reinhard Brandl
Agnieszka Brugger
Viola von Cramon
Bijan Djir-Sarai
Roderich Kiesewetter
Lars Klingbeil
Stefan Liebich
Carnegie nimmt keine institutionellen Positionen zu Fragen der öffentlichen Politik ein; die hier vertretenen Ansichten sind die der Autor(en) und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten von Carnegie, seiner Mitarbeiter oder seiner Treuhänder wider.
Wenn Polen und Ungarn für ihre Verstöße gegen die EU-Regeln nicht bestraft werden, könnte das in Deutschland zu mehr Euroskeptizismus führen.
Cornelius Adebahr
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